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Informationen zum Thema „Rechtssichere Dokumentation“

Wozu ist die rechtssichere Dokumentation bei häuslicher Gewalt gut?

Häusliche Gewalt findet meistens hinter verschlossenen Türen statt – ohne Zeugen oder Zeuginnen. Wenn Sie eine Anzeige erstatten wollen, nach Trennung und Flucht sorge- und umgangsrechtliche Konflikte haben oder von einer Aufenthaltsgefährdung betroffen sind, müssen Sie die erlebte Gewalt glaubhaft machen können.
Dabei unterstützt die ärztliche Dokumentation der Verletzungen. Körperliche Verletzungen sprechen ihre eigene Sprache, belegen Ihre Schilderungen und geben Hinweise auf das Geschehen:

  • weil die Verletzung aussieht wie der Gegenstand, der sie verursacht hat,
  • weil blaue Flecken in verschiedenen Heilungsstadien sind und nahe legen, dass Gewalt zu unterschiedlichen Zeiten stattgefunden hat,
  • weil die Lage der Verletzungen (z.B. an den Unterarmen) auf Abwehr hindeutet,
  • weil nach Würgen Stauungsblutungen auf bestandene Lebensgefahr hindeuten.

Tipp:
Lassen Sie Ihre Verletzungen möglichst schnell von einem Arzt oder einer Ärztin dokumentieren und fotografieren, solange sie noch gut sichtbar sind. Wenn unmittelbar nach der Gewalteinwirkung nichts zu sehen ist, empfiehlt es sich, einige Stunden oder einen Tag zu warten. Blaue Flecken entstehen manchmal erst nach einigen Stunden.

Tipp:
Sie können auch zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. wenn Sie erst die 10. Tat anzeigen, auf vorliegende ärztliche Dokumentationen zurückgreifen.

Was Sie zur rechtssicheren Dokumentation wissen sollten?

SIGNAL e.V. hat eigens einen SIGNAL-Dokumentationsbogen bei häuslicher Gewalt gemeinsam mit der Rechtsmedizin und der Staatsanwaltschaft entwickelt. Er enthält alle wesentlichen Details und reduziert die Gefahr einer unvollständigen Dokumentation. Ärztliche Atteste reichen oft nicht aus. Der SIGNAL-Dokumentationsbogen ist zusätzlich zur üblichen ärztlichen Befunddokumentation. Ärztinnen und Ärzte sind grundsätzlich nicht verpflichtet, den SIGNAL-Dokumentationsbogen zu nutzen. Es gibt aber zahlreiche Arztpraxen und Rettungsstellen, die damit arbeiten.

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